Es ist Jahrestag. Wer gestern online war und irgendeinem VfB-Medium in den Sozialen Medien folgt oder eine Zeitung liest, weiß wovon ich rede: am 9.3.2020 fand das letzte Bundesliga-Spiel ohne Beschränkungen statt, nämlich in Stuttgart gegen Arminia Bielefeld. Und jetzt, wo drei Impfstoffe verfügbar sind und wir vielleicht irgendwann durch sind mit dem ganzen Mist, möchte ich euch mit dem Rückblick auf das Spiel auch Hoffnung darauf machen, dass wir alle in mittlerer Zukunft wieder ein Fußballstadion von innen sehen werden.


Deshalb heute – wo die Nachrichtenlage sowieso eher dünn ist, ein ausführlicher Rückblick auf ein Spiel, das nicht wegen des Spielverlaufs in die Geschichte eingehen wird – for the record: Das Spiel endete mit 1:1 und das Tor für den VfB schoss Mario Gomez.


Das Spiel stand aber nicht im Zeichen der Pandemie, sondern noch im Zeichen der Proteste gegen Dietmar Hopp, die mit dem Spiel der Bayern in Hoffenheim ihren Anfangspunkt gefunden hatten. Die VfB-Fans präsentierten sich dabei nicht obszön, sondern sehr kreativ in ihrem kritischen Protest:

„Dietmar Hopp ist ein Timo Werner!“ – Cannstatter Kurve; Bildquelle: vfb-bilder.de
„Eine mündige Kurve wird sich niemals einem „Wertesystem“ unterordnen, welches aus Profit, Gier, Korruption und gebrochenen Versprechen besteht, der Ton bleibt rau! Widerstand dem DFB!“ – Schwabensturm 02; Bildquelle: vfb-bilder.de

54.302 Fans zeigte die Anzeigetafel an, ein (fast) volles Stadion.

Warum nur fast voll? Nun, ich habe auf Twitter gestern mal gefragt, wer denn ins Stadion gegangen ist und wenn nicht, warum. Und wenige Antworten – aber es gab sie – lauteten durchaus, dass ihnen die Gefahr wegen Corona schlicht zu groß war. So übrigens auch die Frau hinter vfb-bilder.de, der die Bebilderung des heutigen Newsletters zu verdanken ist. Sie entschied sich am Tag des Spiels gegen den Besuch:

Schauen wir mal weiter. Einige Antworten will ich euch hier zeigen:

Auch ein (sehr früher) Maskengänger war dabei:

Die einhellige Meinung war aber tatsächlich, dass das Spiel weniger schlimm war als die dicht gedrängte Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:

Und, ja: Auch aus heutiger Sicht eine völlig korrekte Einschätzung. Dicht gedrängt im Stadion zu stehen war natürlich extrem falsch, aber nach 15 Minuten in der S-Bahn könnten bei 2 bis 3 Superspreadern wohl ein paar Hundert Leute angesteckt worden sein. Die Zahlen gingen danach nicht besonders hoch (wir sind jetzt gerade in der dritten Welle nur knapp unter dem Höhepunkt vom 1.4.2020 mit 7000 Neuinfektionen in Deutschland), allerdings waren auch die Testkapazitäten deutlich geringer. Kurz gefragt: War die Teilnahme des Spiels ein Fehler? Ja. Aus heutiger Sicht natürlich.

Aus heutiger Sicht würde das auch niemand nochmal so machen:


Noch eine Nachricht, die uns durch die Woche begleiten wird: Der Landesdatenschutzbeauftragte Brink wird diese Woche sein Urteil verkünden und laut StZ soll ein Bußgeld zwischen 300.000-400.000€ fällig werden. Im Anschluss werden Claus Vogt und Thomas Hitzlsperger wohl eine gemeinsame PK geben und die Affäre für abgeschlossen erklären. Dort soll dann auch eine endgültige Entscheidung über die Veröffentlichung des Esecon-Abschlussberichts bekannt gegeben werden: Claus Vogt will die Veröffentlichung im Internet, Thomas Hitzslperger ist für die Auslegung auf der Geschäftsstelle. Welche Variante in Pandemie-Zeiten sinnvoller ist, kann sich wohl jede:r selbst überlegen.

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