Thema des Tages gestern war natürlich das letzte Puzzleteil in der Datenaffäre des VfB. Der Landesdatenschutzbeauftragte Dr. Stefan Brink gab die Mitteilung heraus, dass der VfB eine Strafe von 300.000 Euro für die Datenweitergabe in zwei E-Mails seit Inkrafttreten der DSGVO zahlen müsse, also „wegen fahrlässiger Verletzung der datenschutzrechtlichen Rechenschaftspflicht gemäß Art. 5, Abs. 2 DS-GVO“. Der Betrag wird auch durch das insgeheime Löschen einer dieser Mails erklärt, die Brink am 4.2. nach Abschluss der Esecon-Ermittlungen noch zugespielt wurde. Strafmildernd wirkt sich wohl die Tatsache aus, dass der VfB sich dazu bereit erklärt hat, an Schulen in Stuttgart über das Thema Datenschutz aufzuklären. Darüber hinaus verpflichtet sich der VfB, sein Datenschutzmanagement zu überarbeiten und klare Compliance-Richtlinien festzulegen. Der VfB hat die Strafe bereits akzeptiert und Präsident Claus Vogt und Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger werden am Montag eine PK dazu geben. Danny Galm vom ZVW schreibt, dass für Montag noch zwei Fragen offen sind, die gestellt werden müssen: In welcher Form wird der Esecon-Bericht veröffentlicht? Und warum wurden Stefan Heim und Jochen Röttgermann als Vorstände von ihren Aufgaben entbunden?

Zum Weiterlesen: Kicker, StZ, VfB, ZVW


Kommen wir mal zum Sportlichen: Die Stuttgarter Medienlandschaft kann es bei der aktuellen Tabellenposition (2 Punkte hinter dem schwächelnden Tabellensiebten Union) nicht lassen, über Europa zu sprechen. Gehen wir deshalb einmal ganz kurz darauf ein: Die Europa Conference League wurde von der UEFA gegründet, weil es ja noch nicht genug Spiele im Kalender gibt und auch der Tabellenfünfzehnte irgendwann noch international spielen soll. Der Wettbewerb soll vor allem für kleinere Ligen attraktiv sein, die sonst keinen realistischen Zugang zu Europa League oder gar Champions League haben und aus 138 Teams bestehen. In Deutschland nimmt der Tabellensechste teil, außer der DFB-Pokal-Gewinner ist unter den Top 5 (weil dann ein Platz mehr für die Europa League frei ist), dann nimmt der Tabellensiebte an dem Wettbewerb teil.

„Es wird mehr Spiele für mehr Clubs geben, und in den Gruppenphasen werden mehr Verbände als bisher vertreten sein“, sagt Uefa-Präsident Aleksander Ceferin und meint das tatsächlich positiv. Der Sieger der Conference League darf im darauffolgenden Jahr übrigens an der Europa League teilnehmen. Aber insgesamt schafft die UEFA damit nur einen Wettbewerb für mittelgroße Verbände wie Griechenland, die keinen Startplatz mehr für die Champions League haben. Dieser wurde ihnen weggenommen und den großen Ligen zugeteilt, die seit 2018 16 statt 11 Startplätze haben. Die Schere zwischen den kleinen und großen Ligen wird also noch größer, auch dadurch begünstigt, dass die UEFA seit 2018 das internationale Geld in einem 10-Jahres-Zeitraum verteilt, um die großen Klubs noch mehr zu bevorteilen.

Zum Weiterlesen: StZ, Sportschau


Noch eine Leseempfehlung am Schluss: Lennart schreibt bei rund um den Brustring über die „Kunst, sich immer wieder neu zu verlieben“. In Spieler, die besonders sind, wie Traoré, Terodde, den jungen Andreas Beck, Ibisevic und jetzt möglicherweise Sasa. Er schließt mit den Worten:

Über jeden von ihnen hätte ich ein von Popmusik inspiriertes Portrait schreiben können. Ich bin im Nachhinein froh, dass ich es nicht getan habe. Denn ich habe mein Herz nunmal an den Verein verloren, die Spieler eben nicht und ich kann ihnen das nicht mal zum Vorwurf machen.

Von der Kunst, sich immer wieder neu zu verlieben

Weiterlesen: Rund um den Brustring


Anmelden

* erforderlich